Kulturschock Titel

Es geschah in einer Bar im belebten Geschäftszentrum Jakartas: An einem Freitagnachmittag saß ich mit einer Kollegin bei einem Afterwork-Drink zusammen. Hinter mir lagen vier Wochen Praktikum in einem Kulturinstitut und genauso viel Wochen in Indonesien, wo ich zum ersten Mal in meinem Leben war. Eigentlich wollte ich über meinen bunten Drink relaxen und mit meiner Freundin ein paar lustige Stunden verbringen.

 

Aber irgendwie ging es mir nicht gut. Die Musik in der Bar empfand ich als nervend, den Typ, der bediente, auch. Überhaupt fühlte sich meine Umgebung plötzlich unheimlich dunkel an, trotz farbenfrohen Cocktails und lebendigen indonesischen Gewusels um uns herum. Ich fühlte mich erschöpft und schlapp. Die Erinnerungen an tausend kleine ver-wirrende Begebenheiten der letzten Tage rannten durch meinen Kopf, solche wie gerade kurz zuvor im Büro: Warum schaut der eine Hausmeister immer auf den Boden, wenn er mit mir spricht? Und was reden die Leute eigentlich die ganze Zeit? Was geht jetzt hier überhaupt wieder ab? Mir wurde auf einmal klar, dass ich seit meiner Ankunft ständig damit beschäftigt war, die gegenwärtige Situation zu klären und dass das nicht mehr aufregend war wie anfangs, sondern mich ganz schön schlauchte. Druck stieg in mir auf und ich konnte plötzlich nicht mehr sprechen. „Sag mal, ist alles ok mit Dir?“, fragte mei-ne Freundin und sah mich prüfend an. Das brachte meine Augen zum überlaufen, Tränen schossen meine Wangen hinab. Nein, nichts ist ok. Alles ist furchtbar und ich muss jetzt einfach heulen! Warum, konnte ich meiner Freundin aber gar nicht sagen. Ich meinte nur noch: „Mir ist das grad alles ein bisschen zu viel.“

 

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Der Coffee Morning. Fast überall auf der Welt ist er eine echte Institution. Eine Veranstaltung, die in regelmäßigen Abständen ein buntes – überwiegend weibliches – Expat-Publikum empfängt. Auch in Istanbul gibt es diese grandiose Möglichkeit des zwanglosen Austauschs. Komischerweise scheint aber mein Unterbewusstsein diese Art des Socialisings hartnäckig zu boykottieren. Und das, obwohl ich ja aus unterschiedlichsten Quellen weiß, wie wichtig es für Unsereins ist, ein lokales Netzwerk aufzubauen. Stattdessen hocke ich allein in meinem zwölf Quadratmeter großen Büro vor meiner virtuellen Facebook-Gruppe. Und meistens fühle ich mich sogar richtig gut dabei…

 
 
 
 
 
 

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HerzAls mein Mann und ich uns 2013 dafür entschieden hatten, die nächsten Jahre in der türkische Metropole am Bosporus zu verbringen, bedeutete das für meine Karriere das offensichtliche Aus – zumindest in der damaligen Form. Allein schon aufgrund der arbeitsrechtlichen Regelungen in der Türkei wusste ich: es würde extrem schwierig werden, eine Anstellung zu finden. Ganz zu schweigen von der Sprachbarriere, der Arbeitskultur oder den Besonderheiten des türkischen Arbeitsmarktes. Mein Business einfach mitzunehmen schien mir sehr schwierig, da es zu dem Zeitpunkt sehr ortsgebunden war. Aber meine Zukunft als Trailing Spouse und Heimchen zu verbringen, kam schon aus Prinzip nicht in die Tüte. Mein Job war immer ein wichtiger Teil meiner Identität. Also musste ich mich irgendwie neu erfinden! Nur wie?

 

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STiftIn Teil I und Teil II meiner Erfolgsstrategien für Ihre Auslandsentsendungen haben Sie erfahren, wie Sie Ihre ExpatPartner effektiv auf eine bevorstehende Auslandsentsendung vorbereiten und was Sie später tun können um das Settling-In Ihrer ExpatPartner zu optimieren. Im dritten und letzten Teil dieser Beitragsreihe zeige ich Ihnen einige Möglichkeiten, wie Sie Ihre ExpatPartner nach erfolgreichem Umzug durch die ersten Monate ihres Auslandsaufenthaltes manövrieren und so einige maßgebliche Weichen für einen erfolgreichen Auslandseinsatz stellen können.

 
 
 
 
 
 
 

WIE SIE DEN ANPASSUNGSPROZESS IHRER EXPATPARTNER EFFEKTIV UNTERSTÜTZEN

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Schaffe dein soziales Umfeld

HerzEs ist Montagmorgen. Ich sitze vor meinem Laptop und blicke aus dem kleinen Bürofenster durch den grauen Dunst auf diese riesige und pulsierende Stadt Istanbul. Eine Stadt voller Leben. Voller Menschen. Voller Möglichkeiten. Keine zwei Gehminuten entfernt. Und dennoch sitze ich hier an meinem Schreibtisch. Allein. Und denke an meine Lieben zu Hause. Die Tatsache mitten im pulsierenden Zentrum einer der faszinierendsten Metropolen der Welt zu leben und sich trotzdem allein zu fühlen mag idiotisch klingen. Und das vorübergehende Gefühl des Fremdseins und ein wenig Heimweh gehören doch ohnehin zum Anpassungsprozess an ein neues Umfeld dazu?!

 

Stimmt!!! Dennoch haben ExpatPartner statistisch gesehen wesentlich stärker mit Heimweh und Einsamkeit zu kämpfen, als ihre berufstätigen Partner. Warum das so ist?

 

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