Trailing spouse, mitreisender (passiver) Partner war ich ja bisher gewohnt im Netz als Bezeichnung für uns Expat Partner zu lesen. Diese fetten, provozierenden Namen konnte ich inzwischen mit Gelassenheit vorbei winken. Aber sponsored spouse zu lesen – das hatte nochmal eine etwas andere Qualität. Nachdem ich also erstmal in meinem Newsfeed über diesen Artikel rüber gescrollt hatte, scrollte ich zurück. Vielleicht in der Hoffnung, daß ich mich wohl doch verlesen hatte. Aber nein. Also las ich gezwungenermaßen den Artikel, immernoch still in der Annahme, dass die Überschrift nicht das wirkliche Thema war.
 

Der Artikel gefiel mir letztendlich doch, allerdings kam die Autorin zu dem Abschluss, dass die trailing spouse kein schlechtes Gewissen haben sollte, dass allein ihr Partner für die Miete, alle Rechnungen und alle anderen wichtigen Dinge aufkam. Vielmehr sollte sie dankbar sein, dass sie die Möglichkeit zu diesem “finanziellen Aussetzer” überhaupt im Leben hatte. Bis heute denke ich über dieses Statement nach.
 
 
 

Leben in Hülle und Fülle


 
 
Blumen

 

Meine finanzielle Abhängigkeit begann nicht erst mit unserer Entsendung, sondern einige Zeit vorher, als ich mich entschloss anstatt berufstätig zu sein, doch lieber zu Hause bei den Kindern zu bleiben. Die Kinder waren noch sehr klein und mein Gehalt niedriger als das meines Mannes, obwohl wir beide die gleiche Ausbildung haben. Jedenfalls fiel mir der Entschluss nicht leicht. Schließlich sollte sich doch mein Studium und der Schweiss der harten Arbeit irgendwann auch für mich auszahlen. Neben meinem 40 Stunden Job hatte ich auch ein Abendstudium absolviert und über zwei Jahre lang BWL gebüffelt und erreichte am Ende einen sehenswerten, sehr guten Abschluss. Alle Vorzeichen standen definitiv auf Karriere. Read more