Maniküre„Jetzt stell dich mal nicht so an, du lebst doch bald im wolkenlosen Expat-Himmel! Dort, wo immer die Sonne scheint. Wo der Tag nicht mit dem Klingeln des Weckers, sondern dem sanften Rauschen der Palmenwedel beginnt. Wo du dir deine Zeit frei einteilst und tun und lassen kannst, was immer Du willst! Die einzigen Termine, die du haben wirst, sind die bei der Maniküre und deinem braungebrannten Yogalehrer. Was ist eigentlich dein Problem???“ … waren die klischeearmen Worte meiner Freundin, die kurz vor meinem Umzug in die Türkei versuchte, mir meine Angst zu nehmen. Das Bild der cocktailschlürfenden Trailing Spouse, die täglich nichts anderes tut, als sich am Pool ihres mit Stacheldraht umzäunten Compounds der Exotik ihres Gastlandes hinzugeben, ist zweifellos übertrieben. Aber es gibt tatsächlich schlimmere Szenarien im Leben, als sich vom Arbeitgeber des eigenen Mannes ins Ausland versetzen zu lassen. Gerüstet mit einem akzeptablen Package und der ein oder anderen Annehmlichkeit vor Ort. Trotzdem gruselte mich der Gedanke, die nächsten Jahre nichts zu unserem Lebensunterhalt beizutragen. Keine echte Aufgabe zu haben. Keinen „sinnvollen“ Tagesablauf. Kein Umsatzziel. Nichts! Seit fast zwanzig Jahren verdiene ich mein eigenes Geld und arbeite emsig an irgendwelchen Zielen. Manchmal so sehr, dass mir schwindelig wird von der langen ToDo Liste. Aber mein Job ist eben ein Teil von mir und meiner Identität. Meine Freiheit. Meine Unabhängigkeit…

 

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headertest D onnerstag, 26. April 2013. Düsseldorf Airport, Startbahn 3. Trotz meiner eher unterdurchschnittlichen Körpergröße von 1,57m kauere ich unbeweglich in einer viel zu engen Maschine der Turkish Airlines von Düsseldorf nach Istanbul. Ungeachtet der mangelhaften Bestuhlung ist die beste Airline Europas ja „Globally Mine“, was sogar Lionel Messi und andere sportliche Meinungsbildner bestätigen. Wirklich begrüßenswert, dieser Gedanke, gleichzeitig global aber auch persönlich zu agieren. Doch auch wenn wir global gesehen mit nur 20min Verspätung immer noch gut in der Zeit liegen, steigt in mir  persönlich so langsam ein negatives Gefühl auf. Ich hab schließlich noch was vor!

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